Bambuspflanzung
Wo pflanzt man einen Bambus
Wenn möglich pflanzt man einen Bambus so, dass er im Winter bei schräg stehender Sonne von einem Baum beschattet wird. Kein Bambus liebt Wind. Dieser trocknet die durstigen Bambuspflanzen zu rasch aus. An windgeschützten Stellen, wie an Mauern oder in Innenhöfen, wo am Abend noch Wärme vorhanden ist, wachsen Bambusarten bestens.
Im Winter wird es nie so kalt wie in der freien Landschaft. Bei Bambusarten, die im Sommer volle Sonne gut vertragen, sollte man wie bei allen Laubgehölzen darauf achten, dass sie im Winter etwas beschattet werden. Ein stark Ausläufer bildender Bambus mitten in einem gepflegten Rasen ist nicht unbedingt das, wovon der Besitzer eines kleinen Gartens träumt. Wer einen Gartenteich hat, muss damit rechnen, dass die Teichfolie unter Umständen von den Spitzen der Rhizome durchwachsen wird. Auch der Nachbar ist vermutlich nicht damit einverstanden, wenn der Bambus in seinen Garten wächst.
Ansprüche des Bambusses
Bambus liebt im Allgemeinen viel Wärme, Licht und Luftfeuchtigkeit; sonst ist er nicht anspruchsvoll. Der Boden sollte tiefgründig und humos sein. Was Bambus nicht erträgt ist Staunässe. Pflanzen vor kaltem Nordwind und Morgensonne etwas geschützt pflanzen, damit die Blätter nicht austrocknen.
So pflanzt man einen Bambus
Dies ist denkbar einfach; das auszuhebende Pflanzloch sollte etwas grösser sein als der Container, in dem der Bambus gekauft wurde. Nun wird der Plastikcontainer entfernt. Bei sehr leichten Böden setzt man die Bambuspflanze um ein Geringes tiefer, als sie vorher im Container stand. Die Oberfläche wird leicht mit Erde überdeckt. Hat man allerdings eine relativ schwere Erde, sollte man den Bambus nur so tief pflanzen, wie die Pflanze im Container war.
Wann kann der Bambus gepflanzt werden?
Dank Kultur in Containern kann der Bambus fast das ganze Jahr hindurch gepflanzt werden. Die beste Pflanzzeit ist zwischen März und Juni. Wird im Herbst gepflanzt, sollte die Pflanze möglichst gegen Frost geschützt und bei Bedarf gegossen werden.
Pflege des Bambusses
Intensive Bodenbearbeitung in der Nähe der Pflanze sollte vermieden werden. Der Wurzelstock befindet sich in Oberflächennähe und könnte dadurch beschädigt werden. Die Blätter, die sich am Fusse der Büschel ansammeln, sollten nicht entfernt werden, da sie die Feuchtigkeit aufrechterhalten und nach dem Zersetzen dem Boden neue Nährstoffe hinzufügen. Sie verhindern ausserdem die Ausbreitung des Unkrauts.
Giessen und Düngen Bambuspflanzen sind sehr durstige und hungrige Pflanzen. Besonders während der Wachstumszeit brauchen sie viel Wasser. Weil ihre zahlreichen und zarten Blätter viel Feuchtigkeit verdunsten, genügt Regenwasser oft nicht. Auch im Winter zwischen Frostperioden benötigen die Pflanzen zusätzliches Wasser.Besonders bei Bambus im Kübel muss man beim Giessen viel Fingerspitzengefühl entwickeln, um nicht zu vielzu giessen. Wenn Staunässe entsteht, faulen die Rhizome und Wurzeln. Bambus braucht viele Nährstoffe. Wer die Gelegenheit hat, halb verrotteten Pferde- oder Kuhmist zu bekommen, sollte seinen Bambus im Herbst oder im zeitigen Frühjahr damit reichlich düngen. Anstelle tierischer Dünger können auch handelsübliche stickstoffhaltige Dünger verwendet werden, die zugleich die notwendige Versorgung mit Phosphor und Kalium sichern. Ebenso wichtig nebst Stickstoff ist für Bambus Kieselsäure. Betontit, ein Tonmineral, ist sehr gut geeignet, den Bambus mit dem wichtigen Nährstoff zu versorgen.
Die Pflanzen sollten möglichst nicht später als Ende Juli gedüngt werden.
Schnitt
Durch das Schneiden wird einerseits der Wuchs der Pflanze modelliert, andrerseits die Dichte des Blattwerks erhöht. Die Grundregel zur Erhaltung eines besonders schönen Zwergbambusses verlangt regelmässiges Beschneiden. Mindestens alle zwei Jahre gegen Winternde sollten bis auf wenige Zentimeter über der Erde alle Halme abgeschnitten werden. Die anderen Bambuspflanzen können ebenfalls geschnitten werden, sei es
zur Heckenbildung, um das Wachsturr zu beschränken oder aber, um der Pflanze eine besondere Form zu geben. Es genügt, den Bambus nur einmal im Jahr zurückzuschneiden; man muss höchstens einige Tage später die jungen Sprossen, die
nach dem ersten Schneiden noch nicht voll entwickelt sind, stutzen. Dies geschieht am besten im August.
Bambusse in Grenzen halten
Viele Bambusarten haben den Drang, unterirdische Ausläufer, auch Rhizome genannt, zu bilden. Mit der Rhizomsperre, bestehend aus 2 mm dicken HDPE auf Rollen, können Sie Ihren Bambus genau dort wachsen lassen, wo Sie es vorgesehen haben. Die Rhizomsperre wird in die Erde eingegraben und systemgerecht verschraubt. Somit entsteht ein unterirdischer Topf ohne Boden, welcher beliebig gross sein kannjedoch.
Wenn der Bambus nicht gedeiht
Bambus ist nicht anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Trotzdem kommt es hin und wieder vor, dass der Bambus nicht gedeiht. In neunzig von hundert Fällen sind dies Fehler bei der Pflege. Was also kann bei einem Bambus schief gehen?
Die Neutriebe kommen nicht
Die Pflanzen haben zu nass, Nährstoffmangel oder Wassermangel (siehe auch unter Abschnitt: «Die Pflanze wächst nicht»)
Der Bambus lässt die Blätter hängen
Die Harmonie zwischen Blatt- und Rhizommasse ist gestört. Die Reserven des Rhizoms reichen nicht mehr aus, um den oberirdischen Teil der Pflanze zu ernähren. Man nimmt in solchen Fällen vier Fünftel aller Halme heraus und lässt nur die vitalsten Triebe stehen. Die Pflanze erholt sich.
Die Halme werden weich und faulen
Wenn die Halme nach Beendigung des Längenwachstums weich werden und abfaulen, ist ebenfalls die Versorgung der Pflanze gestört. Das sieht man öfters bei älteren Fargesia. Der Grund ist derselbe, wie wenn der Bambus die Blätter hängen lässt. Auch hier: alle faulen Teile und einen Grossteil der älteren Halme herausschneiden.
Der Bambus rollt die Blätter ein
Die Pflanze braucht Wasser oder steht zu sonnig. Das Einrollen der Blätter ist eine Schutzmassnahme der Pflanze gegen die Verdunstung. Sobald die Pflanze gründlich gewässert wird, entrollen sich die Blätter wieder.
Die Pflanze wächst nicht
Wenn sich die Pflanze nicht entwickelt, stagniert oder gar zurückgeht, behagt dem Bambus vermutlich der Standort nicht. Meist steht er in diesen Fällen auf undurchlässigem Boden, der das Wasser nicht abfliessen lässt. Da gibt es nur, eines: die Pflanze ausgraben
und das Pflanzloch neu und sehr tief ausgraben und eine Drainage einbauen oder den Bambus an einen anderen Platz versetzen.
Die jungen Triebe sind zu schwach Wenn die jungen Triebe zu schwach sind und womöglich im Zickzack wachsen, ist ebenfalls der Standort ungünstig. Möglich ist auch, dass der Winter für einen neu gepflanzten Bambus zu kalt war.
Man lässt die schwachen Triebe stehen und wartet ab, ob sich im nächsten Jahr wieder stattliche Halme bilden, erst dann schneidet man die Zickzacktriebe heraus. Wiederholt sich aber der Vorgang auch im folgenden Jahr, braucht die Pflanze einen neuen Standort.
Der Bambus gedeiht nicht im Kübel
Meist steht der Bambus zu trocken, zu kleiner Topf, nicht geeignete Pflanzerde oder zu nass. Man sollte nachschauen, ob die Erde im Topf oder im Kübel nicht verdichtet ist. In diesem Fall sollte die Pflanze umgetopft werden. Dabei dürfen aber die Wurzeln auf keinen Fall austrocknen, denn wenn dies geschieht, kann die Pflanze kein Wasser mehr aufnehmen und verliert sofort Laub.
Der Boden
Alle Bambusarten verlangen einen gut durchlässigen Untergrund, Staunässe an den Wurzeln vertragen sie nicht. Wenn der Gartenboden in geringer Tiefe eine undurchdringliche Lehm- oder Tonschicht aufweist, muss man diese an mehreren Stellen durchbohren, damit das Wasser abfließen kann. Ein stark lehmiger Boden kann durch die Zugabe von grobem Sand und Torf leichter und durchlässiger gemacht werden.
Bambus liebt einen lockeren, humosen Oberboden ähnlich einem Waldboden. Dieser hat durch Huminsäuren, die bei der Zersetzung von organischer Substanz entstehen, eine saure Reaktion (pH-Wertunter 6), auch wenn der Unterboden kalkhaltig ist. Bis zu einem neutralen pH-Wert von 7 kommt der Bambus gut zurecht, aber in einem basischen Boden über pH 7 können die Wurzeln nur schwer bestimmte lebenswichtige Elemente aufnehmen; bei einem Wert über 8 droht der Bambus einzugehen. Mit Torf oder Kompost lässt sich der Säuregehalt des Bodens erhöhen. Auf schweren Böden sollte diese humose Schicht 25bis 30 cm stark sein, ein undurchlässiger Lehmboden darunter ist nicht von Nachteil, unabhängig vom pH-Wert.
DAS WICHTIGSTE ZUM THEMA BODEN
Eine gute Durchlässigkeit ist entscheidend.
Besser ein zu saurer als ein zu kalkhaltiger Boden.
Bei hohem Kalkgehalt: Boden mit Torf oder Kompost anreichern. Bei stark bindigen Böden: Sand und Torf einarbeiten.
Bei wasserundurchlässigen Schichten in geringer Tiefe: Schicht mehrmals durchbohren und für Wasserabzug sorgen.
Stauschichten in größerer Tiefe sind bei genügend Humusauflage tolerierbar.








